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Friday, May 4, 2012

später nachmittag

Während ich noch im Bad mit meinen Haaren beschäftigt war, hatte er schon von meiner Küche Besitz ergriffen und versuchte sich an einer neuen Cocktail-Kreation. Egal was er da zusammenmixen würde, es würde mir schmecken, wie mir alles an ihm und von ihm geschmeckt hatte an diesem sonnigen Tag, an dem wir uns zufällig begegnet waren, fremd der eine, neu in der Stadt, gelangweilt der andere, ich, auf der Suche nach etwas Abwechslung im trüben Dumpf des Alltags.

Ich weiß nicht wie es euch geht, ich sehe zuerst in die Augen. Die Augen bestimmen mir den ganzen Menschen, sagen mir ob er gut oder böse, interessant oder langweilig ist. Ob ich vielleicht sogar mit ihm ins Bett gehen würde. Das Bett war dann in unserem Fall die Hängematte auf der Terrasse. Wenn man genauer hinsehen könnte, würde man das Muster des Netzes auf meinem Rücken erkennen. ein klein wenig Schmerz und Unbequemlichkeit gehören eben dazu.

Ich denke, er wird gleich gehen. Gleich nach diesem Drink. ob wir uns etwas zu sagen hätten, interessiert mich nicht wirklich. Es waren seine Augen und sein perfekter Körper, die Hitze und mein Verlangen. Das hält alles zusammen wohl für einen Nachmittag, danach wird es schal. Danach gehe ich dann wieder durch die Straßen und suche nach solchen Augen. Danach möchte ich allein in meinem Bett liegen und schlafen. ungestört.

Thursday, May 3, 2012

erwartung

er hatte sich in den entlegensten winkel des kellers geschlichen in der hoffnung, dass matt ihm folgen würde. die haare noch nass von der dusche nach dem spiel, die erinnerung an matts körper, den er dort unter der  dusche zum ersten mal gesehen hatte. ihre blicke waren sich begegnet, zuerst wie durch zufall, dann wieder und wieder. blicke, taxierend, wandernd von den füßen über die Waden, Knie, die Schenkel, länger dann auf dem geschlecht des anderen. die kräftige eichel von der das duschwasser herunter rann und wie ein klarer pisstrahl auf den kachelboden strömte, dann der haarstreif, der sich deutlich zum nabel streckte. die brusthaare, der hals, das kinn, die lippen und die augen. die augen. als er merkte wie das blut in seinem penis zu pulsieren begann, hatte er sich an diese ecke erinnert an der er nun kauerte, das abenteuer erwartend.

Wednesday, May 2, 2012

ein freund

er stand einfach so vor mir, redete über seine eroberung der letzten nacht. seine hände berührten erst die brusthaare an denen sein neuer liebhaber vor vielen stunden so gezerrt  hatte, dass die haut noch heute nachmittag ganz gerötet war. dann glitten sie herunter, nicht ohne den nabel zu umkreisen, glitten unter den bund der shorts, legten die scham frei und ich stellte mir vor wie die fingerspitzen seine haarigen hoden berührten, an denen sich der typ von letzter nacht wohl ebenso zu schaffen gemacht hatte wie an der brust und dem nabel, in dem sich noch angetrocknete spermareste befanden, nur ein weißlicher hauch, der mich erstaunlichweise mehr erregte als die bewegungen seineer hände. michael lachte als er bemerkte wohin ich die ganze zeit starrte. wir sind nur gute freunde, aber manchmal wünschte ich.....

sein traum

er berührte sich am liebsten selbst, wusste genau wie sanft oder wie fest er mit den Fingern den Schaft umschliessen musste, um genau das richtige Gefühl zu erreichen. Die Momente dieses mit sich allein seins waren kostbar und selten. Er konnte nie im Voraus wissen wann die anderen die Wohnung verlassen würden, manchmal drängte er sie sogar dazu, gab Ihnen kleine Aufträge, nur damit er ein paar Minuten mit sich allein sein konnte. 
Ich hatte es schon seit langem gespürt, es war in seinem Blick gewesen, dieser Blick der den meinen nicht halten konnte. Die kleine Unehrlichkeit, ja Lüge, war ihm anzumerken. Manchmal errötete er, wenn er mich darum bat noch schnell ein paar Besorgungen zu machen, die ich gut und gerne auch am nächsten Tag hätte erledigen können. Aber warum sollte ich etwas sagen, ich war nur neugierig. Die anderen kümmerten sich nicht groß um sein merkwürdiges Verhalten, gingen fort zur Arbeit oder mit den Freunden ins Kino. Nur ich ging zurück, Geld vergessen, oder den Schlüssel. Irgendetwas. Die Sneakers hörte man auf dem Holzboden nicht, die Tür zum Bad nur angelehnt und Matt versunken in sein Tun. Ich hatte ihn nie nackt gesehen und war von der Schönheit seines Schwanzes ganz gefangen. Ganz vorsichtig öffnete ich die Tür ein wenig weiter und sah ihn wie ein lebendes, von einem dicken Rahmen umgebenes Bild. Ein Bild das sich ganz langsam veränderte. Sein Penis, der sich aufrichtete, größer und dicker wurde, seine Augen, erst träumerisch dann fester auf sein Geschlecht gerichtet. Die Bauchmuskeln, die sich langsam anspannten und dann wieder erschlafften. Das leise Atmen. Seufzer. Sein Traum.

am mittwoch

zurück aus Hamburg. Graue Wärme in Stuttgart. Zeit sich aus zu ziehen und die laue Luft am Körper zu spüren. Den trägen Schwanz auf dem linken Oberschenkel spüren. Den schwarzen Kaffee schlürfen und den grauen Rauch der xten Zigarette tief inhalieren. Zeit für schwarz-weiße Bilder, die in viel größerer Klarheit von dieser Atmosphäre erzählen können. 
Vielleicht zieht er sich gerade die schwarzen Socken aus. Die Haut glänzt leicht. Er konzentriert sich lediglich auf diesen simplen Akt bevor der Kopf frei wird für neue Eindrücke die heute folgen sollen. Das treffen mit den anderen, die raffinierten Spielchen, den Duft der Männer, den Duft ihrer Kleidung, die erwartenden und die lockenden Stimmen. Das Anschwellen, das Pulsieren und den endlich erreichten Schuss. Einen Kuss vielleicht, vielleicht sogar Vertrautheit und neue, diesmal langsamere Bewegungen. Das Streicheln der Fingerspitzen auf der Brust des anderen, seine Reaktion, die Härte dieser Nippel, die nur mit sanften Bissen gesteigert werden kann, den Rücken durchdrücken und das Geschlecht, halbsteif an den Oberschenkel des anderen drücken. Sein Blick verloren ins Nichts gerichtet, damit kein Eindruck die Sensationen auf der Haut stören kann. Und schließlich das Verschmelzen im Takt eines ganz langsamen Tanzes. Die Wärme. Umschlossen. Dein.

Sunday, April 15, 2012

raum 103, irgendwo

rotwein. heroldrebe von der ich noch nie gehört hatte. davor silvaner. der kleine elektrogrill auf dem balkon im südteil der stadt. alte bekannte und unentdeckte gesichter. leichtes geplauder, musik von irgendwo. zigaretten draussen, immerhin noch ein weiterer raucher. vertrautheit und gelächter. mehr wein. ich hatte es nicht bemerkt, wie so oft über den punkt der selbstkontroller hinüber, nur noch das wohlige gefühl von freundschaft. die stadt war mir fremd. das taxi lotste mich zurück zum hotel in deer innenstadt. zimmer 103. schlüssel. der fahrstuhl.
raus aus den klamotten. schlaf. aufwachen. schlaf. aufwachen. wasser. der dröhnende schädel. schlaf. aufwachen. wasser. schließlich um halb sieben die helligkeit von draussen. mir ist schlecht. nicht zum kotzen schlecht, aber es reicht. ich setze mich gerade auf und versuche den schwindel zu vertreiben. ich rieche nach schweiß und rauch und alkohol. mein zeug liegt auf dem boden vorm bett. ich lege mich auf den bauch und versuche die übelkeit zu vertreiben. mein schwanz ist hammersteif, ich drücke ihn gegen das laken, kein verlangen. ich muss pissen und taumle unter die dusche.
 ganz heiß auf kopf und nacken während es aus mir herausläuft, die oberschenkel hinunter, auf die füße und gelb im abfluss verschwindend. der schädel hämmert. bei dem gedanken an toast und eier oder ähnliches zeug wird mir schlecht.

ich warte nicht mehr
auf das einzig wahre
vollendete supergedicht
das sich nach kurzer schwerer atempause
plötzlich aus diesem NICHTS aufdrängt
in dessen nähe sich kein anständiger schriftsteller wagt
hier gelten keine rethorischen regeln
in dieser kernlosen mitte
sind alle buchstaben nur pleonasmen
ich habe kein bißchen zeit übrig
um über den kudamm so zu flanieren
als ob jedes sommerloch ein ewiger selbstläufer sei
alle straßen mutieren zu laufstegen
von ihrer unsäglichen hohlheit unterspült
von jedem außerirdischen großkonzern unterwandert
die seelen an ihrem eigenen wahnsinn erstickt
sämtliche topmodells und manager unter schock
in die unerwartete leere starrend
mit letzter kraft einen neuen planeten
für die tödliche ernsthaftigkeit suchend
doch das universum schweigt schallend zurück
keine sternschnuppe macht werbung für markenartikel
pauschalreisen im quantenraumschiff
zerfetZEN das unpräparierte muskelfleisch
sogar präsidenten implodieren
das geistige vakuum macht keinen halt vor keiner zelle
der durchschlupf ins umgestülpte diesseits ist grausam
der spalt hin zur rückseite der dinge
eröffnet kein echtes dahinter ist
DAZWISCHEN IST DAZWISCHEN IST DAZWISCHEN
schauen wir bloß durch die materie
wie unendlich glitzerndes wasser
und zählen die sterne wie sandkörner der bodenlosen ZENtrifuge
händchen haltend
im liebesspiel unserer raumgekrümmten finger angekommen
dem kosmischen orkan trotzend
bevor irgendeine zivilisation unser bewußtsein vernebelt
jetzt darfst du mir Dein Gedicht vorlesen
damit ich das ganze noch besser verstehe
 tom de toys

es geht noch nicht. muss zurück ins bett, noch ein paar stunden taumelnd vergessen. dinge die ich nicht mehr weiss und die ich nicht wissen will. später wird es besser sein.



Sunday, April 1, 2012

Erwartung

Ich hatte viel gewagt für dieses erste Treffen. Nackt und schutzlos stand ich vor der Wohnungstür. Eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Ich hatte mir sein Lächeln und vielleicht ein freches Grinsen vorgestellt wenn er um die Ecke biegen würde, etwas außer Atem nach sechs Stockwerken. Seine Gedanken noch am Schreibtisch im Büro, die letzten Anrufe, die Stimmen der Mandanten, des Vorgesetzten, der Frau am Empfang. Und nun mein Körper für ihn. Ganz rein, duftend nach irgendeiner Seife. Fertig für die Übernahme, für sein Vergessen. Und er mit dem Aroma eines langen Tages, der Feuchtigkeit unter den Armen und dem Duft nach konzentrierter Arbeit. Der Hauch von Nachlässigkeit zwischen seinen Beinen und im weißen Slip.

Beobachtungen im Teppenhaus

Meine Schulter berührte die kalte Wand, staubig und rauh. Der Putz bohrte sich hinein und die Kratzer würden sich mit hellem Blut füllen. Er stieß mich von hinten, drängend in Erregung, den Blick in die Kamera gerichtet. Eine Hand auf meiner rechten Schulter so dass ich mich nicht aufrichten konnte, einen Finger tief in meinem Anus, drängend in Erregung, den Blick in die Kamera gerichtet. Ich streckte die Arme durch, nicht weiter, soviel Widerstand wie möglich, aber er war stärker als ich, drängend in Erregung, den Blick in die Kamera gerichtet. Weiter. Vielleicht würde aus dem Schmerz Verlangen werden. Verlangen, das den Schmerz vergessen ließe. Dann ein kurzes Aufbäumen, ein hastiges Stöhnen und dann würde er gehen.

Friday, March 9, 2012

du bist zurück

Text: keos
Wahrscheinlich stimmt es wirklich: man vergisst Stimmen von Menschen, die einmal wichtig waren, nicht.
Wenn ich jetzt an diese Begegnung am letzten Samstag zurückdenke, ist es wie ein Film in Zeitlupe, ich höre dich meinen Namen rufen und drehe mich zu dir um, in Sekundenbruchteilen ist mir klar, wer da an der Hecke vor dem Garten meiner Eltern steht und ich bin mir glasklar bewusst, dass ich eine schlabbrige Jogginghose und ein verwaschenes T-Shirt anhabe.  Gleichzeitig mit der leisen Scham, die deswegen in mir aufsteigt, schimpfe ich mit mir selber und lasse keinen Zweifel daran, dass das egal ist, dass es dir egal ist und überhaupt: ich hätte wohl mit nichts weniger gerechnet als dich an der Hecke stehen zu sehen, an diesem sonnigen Samstag im Herbst. Sonst hätte ich mich anständig angezogen.
Also gehe ich in Socken über den Rasen, auf dich zu, hallo, sage ich, hallo, du... du? - Du lächelst, willst etwas sagen, als meine Mutter hinter mir fragt: "Kennt ihr euch?"
Vermutlich wäre es aufrichtiger, ich würde diese Frage mit "Nein" beantworten, aber sie würde mir wohl nicht glauben, schliesslich hast du meinen Namen über die Hecke gerufen. Aber wir kennen uns nicht wirklich, nicht mehr, denn wir haben zuletzt vor fünf Jahren miteinander gesprochen, als wir uns zufällig im Bus begegnet sind. Und davor, vor diesem Treffen, bei dem mir allein dein Anblick die Sprache raubte, davor hatten wir uns wohl mehr als sechs Jahre nicht gesehen. Nein, wir kennen uns nicht. Aber wir kannten uns.
Ich weiss nicht, wie bewusst dir das ist, aber du warst für eines der grossen Dramen meiner Teenagerzeit verantwortlich; das, was mir mit dir passierte, liess mich am Leben zweifeln, an der Gerechtigkeit sowieso, und noch mehr an mir selbst als das zu dieser Zeit  ohnehin dem Normalzustand entsprach. Ich war nicht das erste Mal verliebt, als ich mich in dich verliebte, aber es war so viel prägender als die Geschichten davor, dass ich in all den Jahren nie vergessen habe, wie es sich anfühlt, wenn du einen ansiehst.
Ich weiss noch, was ich anhatte, als ich dich am Stadtfest traf und weiche Knie bekam bei deinem Anblick, weil du nicht auf meinen Brief aus dem Urlaub geantwortet hattest, in dem ich dir meine Verliebtheit gestanden hatte. Da sind so viele Erinnerungsfetzen, wenn ich an dich denke, schwirren sie ungeordnet durch meinen Kopf, ungefragt, verwirrend und viel zu deutlich. Dein blau-weisses Hemd und deine gebräunten Arme, als ich hinter dir stand und auf den Beginn der Chorprobe wartete, immer wieder deine Stimme und wie wir im Zug auf dem Heimweg nebeneinander in den Sitzen kauerten, die Noten auf den Knien, Texte lernend. Wie du über die Wiese vor deinem Elternhaus auf mich zukamst, wie wir nebeneinander auf der Holzbank sassen und redeten, wie wir durch die engen, schattigen Gassen meines Dorfes spazierten, und wie du gelacht hast, als ich dir erzählte, wer uns alles gesehen und meine Mutter darauf angesprochen hatte. Unsere seitenlangen e-Mails, als es dir nicht gut ging und du mir von den Gesprächen mit deiner Therapeutin erzähltest, wie hilflos ich mich fühlte, wie schwierig das Antworten wurde, Post aus meiner heilen in deine so schmerzhafte Welt. Und da sind auch die alten Gefühle wieder, die Sehnsucht nach einem Lebenszeichen von dir, die Trauer, als der Kontakt irgendwann abbrach, und viel später das Verstehen, das Wissen, dass du mich zurücklassen musstest, als du in deine neue Welt aufbrachst, weil ich zur alten gehörte.
Und immer wieder habe ich in den letzten Jahren unsere Geschichte erzählt, manchmal, immer häufiger, mit einem Lächeln auf den Lippen, weil es auch eine gute Zeit war und ich heute nicht der Mensch wäre, der ich bin, wärst du mir nicht über den Weg gelaufen damals.
Wir waren so jung, so jung, dass ich heute manchmal denke, es war  einiges zu viel für uns, für dich mit Sicherheit, und ich würde uns beide vielleicht davor beschützen, wenn ich könnte, ich würde uns diese Tage ersparen, auch auf die Gefahr hin, dass wir heute nicht wären, wer wir sind.
Ich hätte nicht damit gerechnet, dass du zurück kommst. Ich könnte es nicht, noch nicht, aber dass du es kannst, zeigt, wo du heute stehst.
gefunden bei jetzt.de